Baby und Mutter

Babynahrung in ganz Europa betroffen

In den letzten Wochen kommt es weltweit zu umfangreichen Rückrufen von Säuglingsnahrung, weil in verschiedenen Produkten das hitzestabile Toxin Cereulid nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden kann. Die Rückrufe begannen im Dezember 2025 und setzen sich im Januar/Februar 2026 fort.

 

  • Mehrere große Hersteller, darunter Nestlé, Danone und Lactalis, haben verschiedene Chargen von Säuglingsmilchprodukten zurückgerufen. Die Aktionen betreffen mehr als 60 Länder weltweit, darunter zahlreiche EU-Mitgliedstaaten, Schweiz und UK.
  • In der Schweiz wurde jüngst erneut eine Charge der Marke Beba Optipro1 wegen cereulidbedingter Risikoindikationen zurückgerufen.
  • Auch Danone hat mehrere Chargen seiner Aptamil-Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen.

 

Hintergrund: Der Rückruf geht auf einen möglichen Nachweis von Cereulid in einer Zutat eines Zulieferers zurück, konkret in einem ARA-Öl, das von mehreren Herstellern verwendet wurde.

 

Reaktionen von Behörden

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde von der EU-Kommission eingeschaltet und hat eine akute Referenzdosis (ARfD) von 0,014 µg/kgKörpergewicht für Säuglinge veröffentlicht (EFSA in einer schnellen Risikobewertung). Somit können Cereulidkonzentrationen über 0,054 μg/l in rekonstituierter flüssiger Säuglingsanfangsnahrung bzw. 0,1 μg/l in Folgenahrung  den abgeleiteten ARfD-Wert überschreiten.

Weiterhin haben nationale Behörden, u. a. in Irland, Großbritannien und der Schweiz, ergänzende Rückruf- und Informationsmaßnahmen erlassen.

 

Gesundheitsrelevanz

Cereulid wird von bestimmten Bacillus cereus-Stämmen gebildet und ist extrem hitzestabil. Selbst nach Erhitzen bleibt das Toxin aktiv und kann Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Symptome auslösen — bei Säuglingen kann es zusätzlich zu Dehydration und weiteren Komplikationen kommen.

 

Labore und Analytik – Was bedeutet das für Sie?

Die aktuellen Ereignisse unterstreichen die Bedeutung der sensitiven Analytik von Cereulid in empfindlichen Produkten, insbesondere in Milch- bzw. Säuglingsnahrung. Die Implementierung und Validierung von qualitativen und quantitativen Messverfahren wird durch die neuen EFSA-Orientierungswerte zusätzlich relevant.

 

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Autorin: Dr. Katja Fuchs AGROLAB GROUP