Nicht nur pflanzliche Proteine können Lebensmittelallergien auslösen. Eine neue Studie deutet auf die Beteiligung von Lipiden hin, die allergische Reaktionen verstärken können.

 

In Deutschland sind über 3 Mio. Menschen von Nahrungsmittelallergien betroffen. Dabei können bereits kleinste Mengen bestimmter Lebensmittel starke Reaktionen auslösen – von Hautsymptomen über Atembeschwerden bis hin zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie. Auffällig ist, dass die Schwere der Reaktionen zwischen den Betroffenen stark variiert.

 

In der Studie des Forschungsteams am FZB (Forschungszetntrum Borstel) ging es um ein neues, wenig charakterisiertes Lipidtransferprotein (LTP) aus der gelben Lupine. LTP gehören zu den wichtigsten Auslösern schwerer pflanzlicher Nahrungsmittelallergien und kommen in Erdnüssen, Lupinensamen und verschiedenen Früchten vor. Lupinensamen gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, da sie immer häufiger als pflanzliche Proteinquelle in Lebensmitteln eingesetzt werden. Was LTPs zu zunehmend häufigeren Auslösern starker allergischer Reaktionen macht, war bislang jedoch nur unvollständig verstanden.

 

Im multidiszplinären Fosrschungsansatz konnte gezeigt werden, dass das Lupinen-LTP eine Wechselwirkung mit Phosphatidylglycerol eingeht, das in Pflanzen und im menschlichen Darm und in der Lunge vorkommt und die individuellen allergische Wirkungen beeinflusst.

 

IHR PLUS: Die Labore der AGROLAB GROUP bieten ein umfassendes Analysenspektrum für die regulierten Lebensmittelallergene. Ungeachtet der in der Studie beschriebenen Verstärkungseffekte ist eine analytische Kontrolle der allergenen Risiken in der Lebensmittelproduktion erforderlich, auch in Bezug auf mögliche Verschleppungsrisiken innerhalb der Prozessketten.

 

Autor: Dr. Frank Mörsberger AGROLAB GROUP

 

Literaturhinweis: Uta Jappe, Jochen Behrends, Andra B. Schromm; "Lipid ligand binding and membrane interactions of a novel food-derived lipid transfer protein enhance basophil allergic responses"; Scientific Reports, Volume 16, 2026-6-13