Wahrnehmung

Mit dem „BfR-Verbrauchermonitor“ versucht das Bundesinstitut für Risikobewertung regemäßig zu ermitteln, wie es um das Vertrauen der Bevölkerung in Sachen Lebensmittelsicherheit steht.

 

 

In der jüngsten repräsentativen Umfrage der Behörde wurde das wachsende Interesse an Verbraucherthemen bestätigt. Die Befragten vertrauen dabei Wissenschaftlern und Verbraucherschutzorganisationen, weniger hingegen der Industrie und Politik.


Als größte gesundheitliche Risiken bei Lebensmitteln wurden von 22% der Befragten nicht etwa Rückstände, sondern ein hoher Gehalt an Zucker, Fett oder Salz in Lebensmitteln genannt. Unerwünschte Stoffe und Zusatzstoffe in Lebensmitteln wurden von jeweils 11 % der Menschen als bedrohlich empfunden.
In den Interviews wurde auch die Einstellung zu konkreten Fragen abgefragt.
Am meisten Sorgen machen sich die Menschen bei den Themen Antibiotika-Resistenzen (57%)  und Mikroplastik (54%).

In der BfR-Pressemeldung betont Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR: „Mikroplastik in Lebensmitteln beunruhigt über die Hälfte der Befragten. Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist es allerdings unwahrscheinlich, dass von den Plastikpartikeln in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken für den Menschen ausgehen“.

 

Die Lebensmittelanalytik kann die Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Antibiotikaeinsatz größtenteils entkräften. Wir verfügen über umfassende Tierarzneimittel-Screening-Verfahren um mögliche Kontaminationen in Lebensmitteln sicher und empfindlich zu erkennen. Im fleisch- und milchverarbeitenden Gewerbe stehen regelmäßige Kontrollen in den Betriebsprüfplänen und auch die Behörden überwachen den Einsatz von Antibiotika aufmerksam über die gesamte Prozesskette hinweg.

Beim Thema Mikroplastik in Lebensmitteln hingegen sind wir in der Routineanalytik noch nicht gleichermaßen solide aufgestellt. Die Methodenentwicklung ist hier noch im Anfangsstadium und auch für die Bewertung fehlen Daten und Standards.

IHR PLUS: AGROLAB verfolgt die Entwicklungen im Bereich „Mikroplastik in Lebensmitteln“ sehr aufmerksam.

 

 

Link: https://www.bfr.bund.de/cm/350/bfr-verbrauchermonitor-02-2021.pdf 

 

 

Autor: Dr. Frank Mörsberger

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