Waldpilze

Pilzliebhaber aufgepasst! Selbst 35 Jahre nach dem Nuklearunfall in Tschernobyl werden in Waldpilzen in einigen Regionen noch erhöhte Cäsiumwerte gemessen.

 

Einer Pressemitteilung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zufolge waren im Überwachungszeitraum 2015-2021 fast 95% der untersuchten Wildpilze strahlenbelastet. Allerdings lagen die Messwerte dieses Jahr erfreulicherweise weit unter dem Grenzwert von 600 Bq/kg, der ein In-Verkehr-bringen untersagt. Für den Eigenverzehr gilt diese Beschränkung nicht. Neben anderen Radionukliden trat bei dem Unglück 137Cs aus, das eine Halbwertszeit von 30,2 Jahren hat und durch Luftströmungen und Niederschläge auch in verschiedenen Regionen Europas z. B. im Bayrischen Wald in die Böden eingetragen wurde. Pilze nehmen über ihr riesiges Myzel im Waldboden, Schwermetalle und radioaktive Nuklide auf und speichern sie in den von den Pilzfreunden begehrten Fruchtkörpern. Werden die gesammelten Speisepilze nicht frisch verarbeitet, sondern für spätere Zwecke getrocknet, reichern sich diese Kontaminanten durch die Konservierungsmethode noch an.

 

Bei Messungen an frischen Maronenröhrlingen fanden wir in unserem radiochemischen Labor dieses Jahr bis zu 40 Bq/kg. Behutsam gesammelt dürfen erfahrene Pilzliebhaber ihre Schwammerl daher in kleinen Mengen bedenkenlos genießen.

 

IHR PLUS: Das Laborzentrum der AGROLAB LUFA in Kiel verfügt seit 2002 über ein inzwischen akkreditiertes, radiochemisches Labor und nimmt Proben aus der Lebensmittelwirtschaft, dem Handel und auch von Privatleuten an.

 

 

Link: https://www.bvl.bund.de/ 

 

 

 

Autor: Dr. Frank Mörsberger

 

 

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